Management

Wieso Klimaschutz und was macht ein Klimaschutzmanager?

Klima macht Landschaft. Und zwar maßgeblich und überall. Der Mensch wiederum passt sein Leben der Umgebung an, denn er ist von ihr abhängig. Seit mindestens 150 Jahren nehmen wir durch unser Wirtschaften messbaren Einfluss auf das Klima, so dass eine Wechselwirkung entstand. Durch die globale Rodung der Wälder, intensive Vieh- und Landwirtschaft und allen voran dem Ausstoß von CO2 über der Verbrennung fossiler Energieträger, verstärken wir den natürlichen Treibhauseffekt unserer Atmosphäre. Folglich wird es weltweit insgesamt wärmer, mit regional ganz unterschiedlichen Ausprägungen. An vielen Orten werden Wetter und Klima extremer. Längst bedroht der Klimawandel ganze Ökosysteme. Der Mensch ist Teil des globalen Netzes aus Ökosystemen. Seit Jahren reißen wir durch unser leichtsinniges Treiben wachsende Löcher in das Netz, das uns trägt.

Klimaschutzmanager Felix Schütte beim Besuch der Biosphäre 2: Das Experiment sollte Anfang der 90er Jahre zeigen, dass das menschliche Überleben in einem geschlossen System, das nicht die Erde ("Biosphäre 1") selbst ist, dauerhaft möglich ist. Viel Know-how, jahrelange Planung und rund 200 Mio. $ Baukosten halfen nichts. Allen Anstrengungen zum Trotz scheiterte das Experiment kläglich. Nach zwei Jahren waren die Bedingungen auf dem "nachgebauten Planet Erde" so lebensfeindlich, dass die acht Bewohner evakuiert werden mussten. Ernsthafte weitere Versuche wurden seither nie wieder unternommen. Unsere Planet bleibt als Lebensraum vorerst alternativlos.
Ein Besuch der „Biosphere II“ hat mir die Unerlässlichkeit des Klimaschutzes verdeutlicht: Anfang der 90er Jahre startete der Versuch in der Wüste Arizonas. Er sollte zeigen, ob dass das menschliche Überleben in einem geschlossen System, das nicht die Erde („Biosphäre I“) selbst ist, dauerhaft möglich ist. Viel Know-how, jahrelange Planung und rund 200 Mio. $ Baukosten für die gigantischen Gewächshäuser halfen nichts. Allen Anstrengungen zum Trotz scheiterte das Experiment kläglich. Nach zwei Jahren waren die Bedingungen im „Modell des Planeten Erde“ so lebensfeindlich, dass die acht Bewohner evakuiert werden mussten. Ernsthafte ähnliche Versuche wurden seither nie wieder unternommen. Als Lebensraum für den Menschen ist die Biosphäre der Erde alternativlos.

Um die Veränderung des Klimas zumindest in Grenzen zu halten, hat die Bundesregierung ehrgeizige Klimaschutzziele formuliert. Sie stellt den Kommunen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative Geld zur Verfügung, damit die lokale Ebene im Klimaschutz aktiv wird. Der Kreis Viersen hat sich zusammen mit den Partnerkommunen Viersen, Tönisvorst, Grefrath und Niederkrüchten der Nationalen Klimaschutzinitiative angeschlossen, um sich an der so wichtigen Basis im Klimaschutz zu engagieren. Dazu wurde zunächst ein gemeinsames Klimaschutzkonzept erarbeitet. Seit der Veröffentlichung des integrierten Klimaschutzkonzeptes im Jahr 2013 werden die ersten der insgesamt 50 Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt. Um die selbstgesteckten, aber auch die ambitionierten Klimaschutzziele der Landes- und Bundesregierung zu erreichen, sollte ein gemeinsamer Klimaschutzmanager eingestellt werden. Seit Anfang des Jahres 2016 ist Felix Schütte als Klimaschutzmanager für den Kreis und die vier Partnerkommunen tätig:

„Klar können wir einfach weitermachen wie bisher. Bequem wäre es. Klug aber nicht. Die Verbrennung fossiler Energieträger ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel mit dem Feuer. Wir wissen nicht wie das Spiel mit unserer Atmosphäre aussgeht. Wenn unser Experiment missglückt, das Klima wie vorausgeahnt kippt und sich wirklich drastisch ändert, haben wir keine zweite Chance. Wohin mit dann rund 10 Milliarden Menschen? Ich denke es ist klüger, kein Risiko einzugehen und das Klima zu schützen.

Mit den beiden Städten Viersen und Tönisvorst, den Gemeinden Grefrath und Niederkrüchten sowie dem Kreis Viersen haben sich fünf unterschieliche Partner zusammengetan, die das gemeinsame Ziel Klimaschutz auf kommunaler Ebene verfolgen. In ganz NRW ist ein solches Klimaschutzbündnis aus Kreis und Kommunen einzigartig.

Mich freut, dass die fünf Partner erkannt haben: ohne die Menschen vor Ort geht es nicht. Als Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Kommunen, Bürgern, Unternehmen und letztlich der Bundespolitik, bin ich eingestellt worden. Es ist toll als Klimaschutzmanager viele verschiedene Akteure an einen Tisch zu holen, um sich gemeinsam für eine Sache stark zu machen. Konkret unterstütze ich die Kommunen bei der Umsetzung von zehn ganz unterschiedlichen Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept.

Klimaschutz ist eine Herausforderung und kein Selbstläufer. Trotzdem sind wir überzeugt, dass alle Anstrengungen zwingend notwendig sind und sich auszahlen werden. Und jeder einzelne kann in vielen Lebensbereichen seinen Teil beitragen. Wir machen schon die ersten Schritte. Alleine kommen wir aber nicht weit.  Also: Klimaschutz – wir mit dir

Das Klimaschutzmanagement wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Förderbereich der nationalen Klimaschutzinitiative unter dem Titel „Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes des Kreises Viersen und der vier kreisangehörigen Kommunen Viersen, Tönisvorst, Grefrath und Niederkrüchten“ (Förderkennzeichen 03K02653) gefördert.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.